| Ausgabe vom 28.02.2003
Erledigen, nicht vertagen!
Wer Aufgaben schnellstmöglichst erledigt und nicht lange vor
sich her schiebt, erleichtert sich nicht nur das Leben, sondern
verbessert so ganz nebenbei auch sein Zeit-Management.
Schon einfache Strategien reichen aus, auch weniger angenehme Dinge
zu erledigen und nicht nur auszusitzen.
Aufschub produziert Hektik
Die Gründe, eine Arbeit vor sich herzuschieben, sind ebenso
vielfältig, wie die Ausreden dafür.
Von einfacher Unlust, sich mit einem auf dem Schreibtisch schmorenden
Vorgang zu befassen, bis hin zu finanziellen Erwägungen, zum
Beispiel bei Abgabe einer Steuererklärung, gibt es viele Motive
und Ausreden, eine Sache nicht zeitnah anzugehen.
Am Ende steht jedoch fast immer eine Aufgabe, die wegen der Gefahr,
eine Frist zu versäumen, in Hektik erledigt werden muss und
der Vorsatz, die Sache beim nächsten mal bestimmt früher
anzugehen.
Die sieben bekanntesten Gründe, eine
Sache liegen zu lassen
Es gibt viele Gründe, eine Sache liegen zu lassen. Hier die
sieben bekanntesten:
- Man fühlt sich von der Aufgabe überfordert.
- Die Sache ist neu und man weiß nicht, wie man sie anpacken
soll.
- Die Arbeit ist sehr komplex und es bereitet Mühe, eine
Bearbeitungs-Strategie festzulegen.
- Zur Erledigung sind umfangreiche Recherchen und Vorarbeiten
erforderlich.
- Die Bearbeitung erfordert Ruhe, die man wegen der übrigen
Arbeit nicht findet
- Das Thema der Aufgabe macht einem keinen Spaß oder ist
eher langweilig.
- Der Erledigungstermin liegt in ferner Zukunft.
Nichts als Ausreden
Persönliche Beweggründe wie Angst oder Unsicherheit bei
der Erledigung eines Jobs müssen ernst genommen werden. Wer
sich regelmäßig überfordert fühlt, sollte ein
Gespräch mit seinen Vorgesetzten suchen.
Ist es jedoch nur Unlust oder Widerwillen, die dazu führen,
einen zu erledigenden Vorgang immer wieder an das Ende des Akten-Stapels
wandern zu lassen, vergeudet man unnötig Zeit.
In der Regel erledigt sich nichts von selber und jeder Moment,
in dem eine Akte erneut angefasst wird, um danach gleich wieder
liegen gelassen zu werden, kostet Geld und hemmt die Effektivität.
Plötzlich aufkommende Bedürfnisse wie Hunger, Müdigkeit
oder Durst sind in solchen Situationen oft nur vorgeschoben.
Gehöre ich zu den Aufschiebern?
Viele neigen gewohnheitsmäßig dazu, Dinge vor sich herzuschieben.
Mit diesem Test
können Sie herausfinden, ob Sie zur Aufschieberei neigen.
- Wenn Sie zu den Aufschiebern gehören, sollten Sie sich
folgende Fragen stellen:
- Welche Aufgaben schiebe ich immer wieder auf?
- Aus welchem Grund schiebe ich auf?
- Welches Handlungsmuster ist dafür verantwortlich?
- Wie kann ich mein Handlungsmuster entschärfen?
- Helfen mir Belohnungen, wenn ich eine aufgeschobene Arbeit erledigt
habe?
Keine weiteren Ausreden, sondern handeln
Um aus dem Teufelskreis ständigen Aufschiebens herauszukommen,
sollten Sie folgende Strategie anwenden:
- Erstellen Sie eine Liste mit allen aufgeschobenen Arbeiten.
- Treffen Sie eine Entscheidung, welche Aufgaben Sie wirklich
noch erledigen wollen oder müssen. Alle anderen streichen
Sie.
- Legen Sie für jede Aufgabe einen konkreten Bearbeitungsbeginn
und ein -ende fest und halten Sie sich daran.
- Unterteilen Sie große und komplexe Aufgaben in kleine,
überschaubare Schritte („Salami-Taktik“).
- Führen Sie eine Aktivitäten-Liste.
- Kontrollieren Sie Ihre Fortschritte.
- Belohnen Sie sich nach der Erledigung einer unangenehmen Aufgabe.
Mit jedem erreichten Zwischenschritt wächst die Motivation
zur Bewältigung der nächsten Teilaufgabe und so ganz nebenbei
verbessert sich auch ihr Zeitmanagement. Grund genug, sofort mit
der Arbeit zu beginnen.
Sonja Welzel
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